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Digitales und KI bei Werkstattausrüstern: ASA bestätigt Fachbereichsleitung

Der Bundesverband für Werkstattausrüster entscheidet sich erneut für Harald Pfau und Andreas Assmann als Fachbereichsleiter für Software. Die Einrichtung dient zur Förderung der Branche in digitalen Angelegenheiten.

Bisherige und zukünftige Leiter des FB Software (v.l.): Harald Pfau und der stellvertretende Leiter Andreas Assmann wurden für weitere zwei Amtsjahre bestätigt. | Bild: ASA Verband.
Bisherige und zukünftige Leiter des FB Software (v.l.): Harald Pfau und der stellvertretende Leiter Andreas Assmann wurden für weitere zwei Amtsjahre bestätigt. | Bild: ASA Verband.
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Claudia Leistritz

Ende Oktober 2023 hat die Bad Reichenhaller Interessenvertretung von Werkstattausrüstungs-Unternehmen ASA (Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen) in einer Videokonferenz einstimmig ihre bisherige Leitung für den Fachbereich Software wiedergewählt. In den nächsten zwei Jahren werden wie bisher der Unternehmensberater Harald Pfau (Pfau Beratung) sowie als Stellvertreter Andreas Assmann, der bei der Fahrzeugdatenplattform TecAlliance für das Datenqualitätsmanagement zuständig ist, dem Fachbereich vorstehen.

Beide IT-Experten dankten für das Vertrauen und bekräftigten ihr Vorhaben, die bereits laufenden Projekte fortzusetzen sowie neue Themen rund um die Themen Digitalisierung, Software-Standards und Vernetzung aufzugreifen. ASA-Präsident Frank Beaujean sagte, seit 2021 sei die auf Software spezialisierte Abteilung unter der Leitung der bisherigen und zukünftigen Amtsinhaber zu einer „intensiv genutzten Kommunikationsplattform für alle Mitglieder im ASA-Bundesverband“ ausgebaut worden.

Digitalisierung prägt Tagesgeschäft

Man habe ein wachsendes Interesse seitens der Mitglieder an Themen wie Digitalisierung, virtuelles Arbeiten, Effizienzsteigerung durch Vernetzung oder auch Zugang zu Diagnose- und wartungsrelevanten Fahrzeuginformationen registriert, heißt es weiter in der Pressemeldung. Dies beweise, wie stark das Tagesgeschäft bereits von diesen Entwicklungen geprägt werde.

Der Fachbereich Software versteht sich als eine Art Schnittstelle zwischen neuesten Lösungen und der konkreten Umsetzung für unternehmensinterne Zwecke. Man versuche, aus den vielen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung die für die Abläufe der Mitgliedsunternehmen relevanten Anwendungen frühzeitig zu identifizieren und auf Brauchbarkeit zu prüfen, definierte der 63-jährige Diplom-Betriebswirt (BA) Pfau die Funktion dieser Abteilung.

Flut von Regulierungsvorhaben

Als besonders herausfordernd für die Unternehmen wird neben den wachsenden technisch geprägten digitalen Voraussetzungen vor allem die „Flut digitaler Regulierungsvorhaben, Dokumentations- und Nachweispflichten“ genannt, die die Alltagsabläufe belasteten. Als jüngste Einrichtung und Beispiel in dieser Hinsicht nennt der ASA den Digitalen Produktpass (DPP), der sukzessive ab 2027 für jedes Produkt einen „digitalen Lebenslauf“ vorschreibt. Dieser soll dann Daten wie beispielsweise Herkunft der Komponenten, Lieferketten, Produkteigenschaften, verwendete Rohstoffe, Softwareversionen und weitere Angaben enthalten.

Datenzugang, Vernetzung, KI

Ein weiteres wichtiges Thema stellt der Data Act, das Datengesetz der Europäischen Union dar. Es soll die Rahmenbedingungen für Zugang, Umgang und Nutzung von Daten rechtlich so sicherstellen, dass die Informationen für alle Beteiligten auf faire Weise verwendbar sind. Aber auch Fragen zu Softwareintegrationen oder KI-Anwendungen beeinflussen das Tagesgeschäft der Mitgliedsunternehmen und gehören zum Aufgabenfeld des Fachbereichs Software. „Hier wollen wir mit gezielten Informationen Hilfestellung geben und vernetzen uns dazu auch mit Experten aus der digitalen Welt“, sagt Pfau.

Vor allem für Diagnosegerätehersteller brisant und weitreichend dürfte die am 5. Oktober 2023 vom Europäischen Gerichtshof (EUGH) getroffene Entscheidung bezüglich der Security Gateways zur Datensicherheit in vernetzter Umgebung sein. Die konkret damit verbundenen Folgen hängen von den betroffenen Konzernen ab und werden sich wohl erst in den nächsten Wochen herauskristallisieren. Pfau:

„Welche Konsequenzen die Automobilhersteller aus dieser Entscheidung ziehen und was das für die Arbeit unserer Mitgliedsunternehmen bedeutet, wird in den kommenden Wochen auch ein wichtiges Thema im Fachbereich Software sein.“

Nationale und internationale Interessenvertretung in Politik und Wirtschaft

Der ASA-Verband vertritt die Anliegen der in ihm organisierten Unternehmen der Werkstattausrüster-Branche in politischen Fachgremien, technischen Ausschüssen und bei den Ministerien. Zweck sei es, „die Belange seiner Mitglieder zu wahren und zu fördern – insbesondere die gemeinsamen Interessen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene“, heißt es auf der Website. Als seine Kernkompetenzen nennt der Verband die Entwicklung von Sicherheits- und Qualitätsstandards für Werkstattausrüstungen sowie die Erarbeitung geeigneter Prüfkonzepte und Prozeduren für neue Fahrzeugtechnologien.

Zu den weiteren Zielen gehört es auch, sich zur Förderung von Qualität, Sicherheit und Effizienz künftig verstärkt auf Europa auszurichten, um an der Harmonisierung dieser Richtlinien im dortigen Kraftfahrzeugmarkt mitzuwirken. Die Experten sind als technische Berater an nationalen und europäischen Gesetzgebungs- und Ausführungsbestimmungen beteiligt. Die Verbandsstruktur, heißt es, gewährleiste Neutralität in der fachlichen Expertise und trage zum hohen Ansehen bei Entscheidungsträgern in Politik, bei Behörden sowie anderen Verbänden und der Automobilindustrie bei.

Acht Fachbereiche

In den insgesamt acht Fachbereichen, von denen derzeit sieben besetzt sind, arbeitet man mit ehrenamtlicher Unterstützung von Vertretern der Mitgliedsfirmen an der Praxistauglichkeit von für den Verband relevanten Themen, die die technische Sacharbeit des Verbandes abdecken. Neben dem FB Software sind das Prüftechnik, Diagnose und Abgasmessung, Abgasabsaugung, Hebetechnik, Klimaservice (derzeit unbesetzt), Reifenservice und Achsvermessung sowie Business to Business.

Der 1972 gegründete Fachverband ASA bildete sich aus dem Ausstellerverband der ersten Automechanika Frankfurt 1971. Zu seinen Mitgliedern zählen heute rund 125 Unternehmen der Werkstattausrüsterbranche, die unter anderem mit Montier- und Wuchtmaschinen, Hebebühnen, Diagnosegeräten, aber auch mit Softwaresystemen und Vernetzungsstandards befasst sind und mehr als 85 Prozent der in Deutschland aktiven Werkstattausrüstungsanbieter stellen. Damit zählt der Verband nach eigenen Aussagen zu den weltweit größten Interessenvertretern dieser Branche.

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