Michelin investiert in Wasserstoff-Antrieb

Mit dem Automobilzulieferer Faurecia hat der französische Reifenhersteller bereits 2019 das Joint-Venture Symbio zur Produktion von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen gegründet. Die nun geplante Großserienproduktion soll auch die Herstellungskosten senken.

Das „StackPack S“ ist serienmäßig in einem wasserstoffbetriebenen Renault-Modell verbaut. (Foto: Michelin)
Das „StackPack S“ ist serienmäßig in einem wasserstoffbetriebenen Renault-Modell verbaut. (Foto: Michelin)
Claudia Leistritz
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Beim Wasserstoff-Antrieb will Michelin zu den führenden Anbietern gehören. Das Unternehmen investierte dafür bereits 2019 zusammen mit dem Automobilzulieferer Faurecia 140 Millionen Euro in das Joint Venture Symbio. Das Gemeinschaftsunternehmen soll noch 2021 in Saint-Fons bei Lyon mit dem Bau einer der größten Fabriken für die Produktion von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen in Europa starten. Zielsetzung sei, so teilt Michelin mit, als einer der weltweit führenden Unternehmen die Technologie für den Einsatz in wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen, Booten und anderen Fortbewegungsmitteln flächendeckend voranzubringen.

Der Technologiekonzern setzt hohe Erwartungen in das Joint Venture. Anish K. Taneja, Präsident der Michelin Region Nordeuropa, unterstreicht:

„Michelin arbeitet seit mehr als 15 Jahren an der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie. Mit unserem Joint Venture Symbio entwickeln wir zurzeit die vierte Generation. Unser Ziel ist es jetzt, die Produktion zu skalieren, um die Herstellkosten zu senken.“

In enger Kooperation mit Faurecia will man das gemeinsame Tochtergesellschaft zu einem der führenden Anbieter in diesem Bereich machen. Erklärtes Ziel ist, bis 2030 einen Marktanteil von zwölf Prozent und einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro zu erzielen.

„Wir agieren proaktiv auf die Herausforderungen unserer Zeit, indem wir uns auf ganzheitliche Lösungen konzentrieren, die Mobilitätsbedürfnisse sowie Umwelt- und Klimaschutzziele in Einklang bringen“, ergänzt Anish K. Taneja.

Die ersten Meilensteine sind bereits erreicht: Symbio entwickelt derzeit die vierte Generation seiner Brennstoffzellsysteme. 2025 soll Symbio über eine Produktionskapazität von rund 20.000 Brennstoffzellsystemen verfügen, 2030 von rund 200.000.

Das Joint Venture vermeldete zudem erste Erfolge in der Originalausrüstung: So wird das „StackPack S“ serienmäßig in einem wasserstoffbetriebenen Renault-Modell eingesetzt. Der „Kangoo Z.E Hydrogen“ rollt seit Oktober 2019 mit Symbio-Komponenten vom Band. Symbio rüstet auch die erste wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeug-Flotte des Stellantis-Konzerns mit seinem StackPack System aus. Der Stellantis-Konzern wird 2021 wasserstoffbetriebene Fahrzeuge für Geschäftskunden einführen. In zahlreichen weiteren Projekten arbeitet Symbio laut den Angaben von Michelin Hand in Hand mit der Automobilindustrie zusammen, um die Markteinführungen neuer Modelle mit innovativen und effizienten wasserstoffbetriebenen Energiesystemen zu beschleunigen.

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