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Michelin, Faurecia, Stellantis: Branchengrößen treiben Wasserstoffmobilität voran

Symbio, das Gemeinschaftsunternehmen für Wasserstoffmobilität von Michelin und Faurecia, gewinnt als dritten Partner Autohersteller Stellantis. Gemeinsam will man die auf Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie basierende Elektromobilität forciert in den Markt bringen.

Reifenhersteller Michelin, Autohersteller Stellantis und Automobilzulieferer Faurecia wollen sich künftig zu gleichen Teilen am Unternehmen für Wasserstoffmobilität Symbio beteiligen und die Technologie "flächendeckend" in den Markt bringen. | Bild: Roman/Pixabay.
Reifenhersteller Michelin, Autohersteller Stellantis und Automobilzulieferer Faurecia wollen sich künftig zu gleichen Teilen am Unternehmen für Wasserstoffmobilität Symbio beteiligen und die Technologie "flächendeckend" in den Markt bringen. | Bild: Roman/Pixabay.
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Claudia Leistritz

2019 gründete Reifenhersteller Michelin mit dem französischen Automobilzulieferer Faurecia das Joint Venture Symbio, das Komponenten und Dienstleistungen rund um die Wasserstoffmobilität entwickelt und Bennstoffzellenstacks herstellt. Beide Unternehmen zählen zu den weltweit größten Playern auf ihrem Gebiet. Der Kooperation hat sich nun auch der Autokonzern Stellantis mit seinen 14 Fahrzeugmarken angeschlossen. Wie der französische Reifenspezialist vermeldet, betrachte man Wasserstoff als wesentlichen Faktor auf dem Weg zu einer „emissionsfreien“ Mobilität und ziele nun mit dem neuen Anteilseigner von Symbio den beschleunigten industriellen Einsatz der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie an.

Flächendeckend in den Markt bringen

Symbio hat seinen Sitz südlich von Lyon und entwickelt und produziert Wasserstofflösungen für leichte und schwere Nutzfahrzeuge. Die Brennstoffzellenstacks werden mit einer Reihe von kundenadaptierten Dienstleistungen angeboten. Laut eigenen Angaben plant das Unternehmen bis 2030 die Herstellung von jährlich 200.000 Brennstoffzellenpaketen. Mit dem neuen Kooperationspartner Stellantis verfüge man nun über das erforderliche Potential, die Produktion der Brennstoffzellsysteme anzutreiben, auf die jeweils aktuellen Erfordernisse anzupassen (zu skalieren) und die Technologie zugleich mit dem Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur flächendeckend in den Markt einzuführen, heißt es in der Pressemeldung.

Michelin, Faurecia und der neue Partner Stellantis sind, sollte das Vorhaben behördlich genehmigt werden, dann alle mit jeweils 33,3 Prozent an Symbio beteiligt. Stellantis hat seinen Hauptsitz in den Niederlanden und zählt mit seinen 14 Fahrzeugmarken, darunter Alfa Romeo, Dodge, Fiat, DS Automobiles, Jeep, Peugeot, Groupe PSA und Lancia, zu den größten Autoherstellern überhaupt.

Präsenz in Europa und den USA gestärkt

Laut Michelin markiert die Übernahme von Anteilen durch Stellantis einen großen Schritt auf dem Weg zur „Dekarbonisierung des Mobilitätssektors“. Zugleich bekräftige man damit die eigenen Bemühungen in der Entwicklung von Alternativen zu den fossilen Energieträgern. Mit Stellantis sei man in der Lage, vor allem in Europa und den USA seine Aktivitäten bezüglich der Wasserstoffmobilität auszubauen. Florent Menegaux, CEO von Michelin, spricht von einem „enormen Entwicklungsschub für unser gemeinsames Joint Venture“. Die Beteiligung sei besonders in Bezug auf Nutzfahrzeuge ein Beweis für die große Bedeutung der Brennstoffzellentechnologie bei der Elektrifizierung des Mobilitätssektors:

„Schließlich bestärkt uns dieser Einstieg in unserer Überzeugung, die wir bei Michelin schon seit vielen Jahren vertreten: Wasserstoff wird für die Dekarbonisierung eine entscheidende Role spielen.“

Ähnlich äußert sich Carlos Tavares, CEO von Stellantis. Man betrachte sich nun als führend bei wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Auch sei die Beteiligung eine perfekte Ergänzung für das „wachsende Portfolio an batterieelektrischen Fahrzeugen“.

Kampf gegen globale Erwärmung

Stellantis will auch damit seinen vor rund einem Jahr aufgestellten Plan „Dare Forward 2030“ weiterverfolgen, der unter anderem vorsieht, die CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent und bis 2038 auf „Netto-Null“ zu senken und somit „CO2-Neutralität“ zu erreichen. Tavares:

„Auf diesem Weg prüfen wir alle verfügbaren technologischen Lösungen, mit denen wir die globale Erwärmung bekämpfen können. Wasserstoff-Brennstoffzellen sind hier von entscheidender Bedeutung.“

Bisherige Strukturen ersetzen durch „disruptive Innovationen“

Geplant ist nun, dass Symbio unter der Führung der drei gleichberechtigten Anteilseigner Michelin, Faurecia und Stellantis in seiner Gigafactory in Saint-Fons nahe des Hauptsitzes bei Lyon ab 2025 jährlich 50.000 Brennstoffzellen herstellt. Mit der Produktion will man bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres, also 2023, beginnen. Zusätzlich vorangetrieben werden die Aktivitäten auf diesem Gebiet durch das im letzten Jahr von Symbio angekündigte HyMotive-Projekt, das in der Brennstoffzellentechnologie eine „beschleunigte Industrialisierung“ anzielt und „disruptive Innovationen“ fördern will, wie es heißt. Mit diesem Vorhaben würden in Frankreich die Voraussetzungen für die jährliche Produktion von 100.000 Systemen bis 2028 geschaffen, wobei zugleich 1.000 Arbeitsplätze entstünden.

Die Beteiligung von Stellantis verleihe Symbio einen zusätzlichen Schub, sagt Patrick Koller, Chief Executive Officer des Fahrzeugkomponentenherstellers Faurecia, einem Unternehmen der Forvia-Gruppe. „Von der Vereinbarung profitieren alle Beteiligten. Forvia bestätigt damit seinen Status als weltweit führendes Unternehmen für saubere Mobilität“.

Die Transaktion muss noch behördlich genehmigt werden und wird laut Michelin voraussichtlich im dritten Quartal 2023 umgesetzt.

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