Amazon bestellt über tausend CNG-Lkw bei Iveco

Der amerikanische Versandhändler will seine Lieferungen so nachhaltig wie möglich gestalten und hat dem italienischen Lkw-Hersteller einen Großauftrag für mit Erdgas betriebene Iveco S-Way zur Auslieferung von Waren in Europa erteilt.

Eine erste Charge mit 216 Iveco S-Way Sattelzugmaschinen mit CNG-Antrieb und einer Reichweite von bis zu 620 Kilometern wurde bereits ausgeliefert. Der Rest folgt 2022. | Bild: Amazon; Iveco.
Eine erste Charge mit 216 Iveco S-Way Sattelzugmaschinen mit CNG-Antrieb und einer Reichweite von bis zu 620 Kilometern wurde bereits ausgeliefert. Der Rest folgt 2022. | Bild: Amazon; Iveco.
Claudia Leistritz

Wie das schweizer Informationsportal für alternative Antriebe cng-mobility berichtet, nutzt der Onlinehändler in den USA bereits mehrere hundert mit Biogas fahrende CNG-Lkw, um die CO2-Emissionen seiner Verteilflotte zu reduzieren. Diese Fahrzeuge ließen sich „nahezu CO2-neutral“ betreiben. Der Konzern habe gute Erfahrungen damit gemacht und wolle die Technologie nun auch auf seine Paketauslieferungen in Europa anwenden. Dazu wurden nun insgesamt 1.064 Iveco S-Way geordert, die mit dem komprimierten Erdgas (CNG, Compressed Natural Gas) betrieben werden und laut Angaben über eine Reichweite von bis zu 620 Kilometern verfügen.

Erste Trucks bereits unterwegs

Die ersten 216 CNG-Stattelzugmaschinen seien bereits ausgeliefert worden, die Übergabe der restlichen 848 an die Logistikpartner in ganz Europa sei ab Mitte 2022 geplant. In Gegenüberstellung mit vergleichbaren Diesel-Lkw sollen die CNG-betriebenen Fahrzeuge um bis zu 35 Prozent weniger CO2 ausstoßen, über die gesamte Herstellungskette („Well-to-Wheel“, vom Brunnen/Bohrloch bis zum Rad/Reifen) des Treibstoffes betrachtet sogar bis zu 95 Prozent, sagt Gerrit Marx, designierter CEO der Iveco Group:

„Ein mit Biogas betriebener CNG-Lkw kann die CO2-Emissionen bei einer Well-to-Wheel-Betrachtung – also vom Bohrloch bis zum Rad – im Vergleich zum Diesel um bis zu 95 Prozent senken.“

Vorbildfunktion für Umweltschutz

Mit Einsatz für die CNG-Technologie demonstriere das Unternehmen, dass man auf diese Weise „europaweit Kreisläufe schliessen“ und grenzüberschreitend einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten könne, so cng-mobility. Bei der Verwendung von Biogas, gewonnen aus Klärschlamm und organischen Abfällen, könne neue Energie für einen nachhaltigen Transport unzähliger Pakete gewonnen werden. Entscheidend dabei sei nicht die Art des Antriebs, sondern „einzig und allein“ woher die Energie stamme, die – wie eben auch Biogas – erneuerbar sein  müsse.

Dekarbonisierungsziel 2050

Die Anwendung dieser Technologie im Schwerverkehr könne wegen deren Praktikabilität und schnellen Umsetzbarkeit eine bedeutende Rolle bei der Verringerung der Emissionen spielen, heißt es weiter. Der Großauftrag beweise einerseits die hohe Produktqualität von Iveco, andererseits auch dessen Potential für eine Dekarbonisierung des Strassengüterverkehrs bis 2050, so Marx:

„Die Zusammenarbeit mit weltweit führenden Unternehmen wie Amazon ist zudem ein Beweis für die Zuverlässigkeit unserer innovativen Produkte und für unser Engagement, das Dekarbonisierungsziel des Strassengüterverkehrs bis 2050 zu erreichen. Es ist die einzige praktikable Lösung, die bereits in grossem Maßstab auf dem Markt verfügbar ist, um Emissionen zu reduzieren.“

Schweizweit bereits genutzt

CNG-Fahrzeuge werden auch in der Schweiz bereits von mehreren Unternehmen, Logistikexperten und Spediteuren geschätzt: „Sie nutzen CNG-Fahrzeuge und setzen auf den fossilfreien, einheimischen Treibstoff Biogas“, so cng-mobility. Das Gemeinschaftsprojekt von Vertretern der schweizer Gasbranche für klimafreundliche Mobilität informiert mit einem eigenen, dreisprachigen Webauftritt über alternative Antriebstechnologien, eigenen Angabe zufolge immer mit Fokus auf die „CO2-Emissionen über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeuges“ hinweg.

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