Logistik: Seifert testet vollelektrische Terminal-Zugmaschine

In Rastatt hat der Ulmer Logistikdienstleister Seifert Logistics Group zwei Wochen lang eine rein elektrische Sattelzugmaschine getestet.

Einsatz im Schichtbetrieb bei der Seifert Logistics Group. | Bild: Seifert Logistics Group.
Einsatz im Schichtbetrieb bei der Seifert Logistics Group. | Bild: Seifert Logistics Group.
Claudia Leistritz
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben davon überzeugt, dass Green Logistics und Nachhaltigkeit keine kurzfristigen Trends, sondern ein wichtiger Bestandteil der unternehmerischen Zukunft sind. Passend zum Motto ihres Jubiläumsjahres „Vollgas Richtung Zukunft“ werde daher eine klimaneutrale und nachhaltige Mobilität angestrebt. An ihrem Standort in Rastatt hat Seifert nun eine vollelektrische Sattelzugmaschine getestet. Firmenchef Axel Frey erklärt dazu:

„Innovation und Digitalisierung gehören für uns zur Firmenphilosophie, daher ist es unser Anspruch bei der nachhaltigen Entwicklung in der gesamten Logistikbranche vorne dabei zu sein.“

In einer zweiwöchigen Testphase wurden die elektrischen Sattelzugmaschinen direkt im Livebetrieb auf Herz und Nieren geprüft. Bei allem Fortschritt würden aber dennoch, so der Logistikdienstleister, Zahlen, Daten und Fakten zählen, wenn es darum geht die Kunden zu begeistern.

„Auch nachhaltige und innovative Technologien müssen einen Nutzen bringen und im jeweiligen Anwendungsfall auch praktikabel sein, um langfristig eingesetzt zu werden“, so Frey.

Die elektrische Sattelzugmaschine soll im Schichtbetrieb als vollwertiges Fahrzeug eingesetzt werden und nach dem Testlauf am Standort in Rastatt das Rangieren von Trailern übernehmen. Sie erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h und hat eine vollelektrische Einsatzdauer von fünf bis sieben Stunden. Durch den Wechsel der Batterie, der laut den Angaben nur fünf Minuten in Anspruch nimmt, sollen dem 24/7 Einsatz nichts im Wege stehen.

„Die Pilotphase in Rastatt hat uns gezeigt, dass der Einsatz der umweltfreundlichen Modelle im entsprechenden Anwendungsfall bereits heute eine echte Alternative gegen die klassischen Sattelzugmaschinen bieten kann“, ergänzt Frey.

Zukunft liegt in der E-Mobilität

Die Seifert Logistics Group reagiert damit auf die aktuellen Entwicklungen. Sie will ihre Position im Markt sichern und den Erfolg weiter auszubauen. Sie ist zudem überzeugt, als Unternehmen von E-Mobilität zusätzlich zu profitieren und nennt in diesem Zusammenhang Verbesserungen bei Nachhaltigkeit und Klimaneutralität.

„Die Nachfrage nach nachhaltigen und klimaneutralen Logistikkonzepten steigt und daher sind wir aktiv an innovativen Ideen und Techniken interessiert und testen diese im Live-Betrieb“, so Frey.

Für den Kontraktlogistiker seien die Investitionen aber nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch eine Investition in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. So stehen beim neuen Seifert Logistikzentrum Ulm Nord alle Ampeln auf Grün. Durch eigene Photovoltaikanlagen und ein intelligentes Lastenmanagement, kann die Fuhrparkflotte direkt aus dem selbst erzeugtem Strom betrieben werden.

„Ein Teil unserer Fahrzeugflotte für Kurzstrecken und Shuttle-Verkehre soll in den kommenden Jahren durch alternative Antriebe abgedeckt werden“, erklärt Fuhrparkleiter Wolfgang Schnalzger.

Daher ist das Unternehmen im permanenten Austausch mit diversen Herstellern und Lieferanten, um neben dem Einsatz im Werksverkehr auch im generellen Straßentransport nachhaltige Alternativen in den Regelbetrieb aufzunehmen. Hierfür wartet das Ulmer Unternehmen noch auf die Serienproduktion von elektrischen und wasserstoffbetriebenen 40-Tonnen Sattelzugmaschinen.

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