Schwere Nfz: Jacobs und Tula wollen Zylinderabschaltung mit DSF kombinieren

Zur wirksameren Senkung der Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge haben der US-amerikanische Spezialist für Ventilsteuerungen und das Softwareunternehmen Tula Technology eine Kooperation für den kombinierten Einsatz ihrer Technologien vereinbart.

Jacobs Vehicle Systems wird einen Klasse 8 Demo-Lkw mit den CDA- und dDSF-Technologien ausrüsten. | Bild: Jacobs Vehicle Systems.
Jacobs Vehicle Systems wird einen Klasse 8 Demo-Lkw mit den CDA- und dDSF-Technologien ausrüsten. | Bild: Jacobs Vehicle Systems.
Claudia Leistritz

Bei den zwei Systemen, die zusammengeschaltet die Nfz-Emissionen noch wirksamer reduzieren sollen, handelt es sich einerseits um die Zylinderabschaltung (CDA-Cylinder Deactivation) von Jacobs Vehicle Systems, andererseits um die von Tula Technology, einem IT-Spezialisten mit Hauptsitz im Silicon Valley, für Verbrennermotoren entwickelten Dynamic Skip Fire (DSF)-Steuerungsalgorithmen.

Die Kombination kann den Angaben zufolge die Zylinderabschaltung, die zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs dient, so steuern, dass sich dieser und somit die Emissionen noch einmal deutlich verringern; dabei aktiviert oder deaktiviert die DSF-Technologie mit einem Steuerungsalgorithmus die Zylinder je nach benötigtem Drehmoment.

Die Entwicklung dieses Systems wollen die beiden Unternehmen, die auf dem Gebiet der Emissionssenkung von Stickoxiden (NOx) und Kohlendioxid (CO2) bei mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen bereits seit zwei Jahren zusammenarbeiten, eigenen Aussagen zufolge mit ihrem Zusammenschluss beschleunigen.

„Jacobs Vehicle Systems und Tula Technology verfügen über großartige Technologien, die sich hervorragend ergänzen und gemeinsam noch effektiver sind“,

sagt John Fuerst, Senior Vice President of Technology and Innovation bei Tula. In der Zusammenarbeit könne man noch bessere Systeme zur Deaktivierung von Zylindern einerseits sowie auch DSF-Steuerungen für Dieselfahrzeuge (dDSF, Diesel Dynamic Skip Fire) andererseits entwickeln.

Schadstoffsenkung nachgewiesen

Unabhängige Labortestes hätten ergeben, dass die CDA-Komponenten von Jacobs mit der dDSF-Technologie von Tulas die Schadstoffemissionen deutlich senken könnten, heißt es. Mit einem „exakt kalibrierten Antriebsstrang-Simulationstool“, das die Emissionswerte genau erfassen könne, habe man dabei die Leistung im Niedriglastfahrzyklus gemessen und sei im Vergleich mit der Basis-Technologie auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 5 Prozent und der Nox-Emissionen um 74 Prozent gekommen.

Wirksamer in der Kombination

Beide Systeme, die Zylinderabschaltung CDA und die dDSF-Steuerung, werden gegenwärtig als einzelne Komponenten von den Nutzfahrzeugherstellern angeboten. „Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass die Integration beider Technologien einen weitaus größeren Nutzen für die modernen mittelschweren und schweren Motoren bietet“, sagt Steve Ernest, Vice President of Engineering and Business Development bei Jacobs Vehicle Systems, dem eigenen Angaben zufolge weltweit führenden Hersteller von Fahrzeug-Bremssystemen und Ventilsteuerungstechnologien.

Emissionsrichtlinien einhalten

Daher wolle man mit der Kooperation die aus dem Zusammenwirken beider Technologien resultierenden Vorteile zum Tragen bringen und die Kunden mit dieser Lösung darin unterstützen, die immer strengeren Emissionsvorschriften einhalten zu können. Ernest:

„Die in verschiedenen Projekten entwickelten Synergien werden unseren Kunden bestmögliche Lösungen zur Reduzierung von NOx und CO2 liefern."

Mehr Anwendungsgebiete finden

Zur Vereinbarung gehört laut Jacobs auch, dass mehr Einsatzmöglichkeiten für die Kombination der beiden Technologien zur Emissionsreduzierung gefunden werden sollen; dazu will man auch einen möglichen Einsatz in Off-Road-Fahrzeugen untersuchen. Um den Kunden die Umsetzung des Projekts vorführen zu können, will man einen Demo-Lkw der Klasse 8 mit den CDA- und dDSF-Technologien ausrüsten.

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