Jacobs Vehicle Systems entwickelt neue Motorbremskomponente

Der US-amerikanische Spezialist für Nfz-Motorbremsen und -Ventilsteuerungen hat an seinem Hauptsitz  in Connecticut mit der Produktion seiner neuen Fulcrum Bridge begonnen. Mit dem Bauteil können laut Hersteller erstmals Motorbremsen mit Hydrostößeln zusammenwirken.

Jacobs Vehicle Systems hat mit der Produktion der Fulcrum Bridge begonnen. Sie ermöglicht erstmals die Verwendung herkömmlicher Motorbremsen gemeinsam mit automatischen hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichselementen (sogenannten "Hydrostößeln"). | Bild: Jacobs Vehicle Systems.
Jacobs Vehicle Systems hat mit der Produktion der Fulcrum Bridge begonnen. Sie ermöglicht erstmals die Verwendung herkömmlicher Motorbremsen gemeinsam mit automatischen hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichselementen (sogenannten "Hydrostößeln"). | Bild: Jacobs Vehicle Systems.
Claudia Leistritz

Bisher war es wegen der Inkompatibilität nicht möglich, herkömmliche Motorbremsen zusammen mit den automatischen hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichselementen („Hydrostößeln“) zu betreiben. Beide Technologien jedoch könnten die Fahrzeugleistung steigern und zugleich die Betriebskosten senken, so Jacobs Vehicle Systems.

Start im Off-Road-Bereich

Als erstes Fulcrum Bridge Produkt hat Jacobs nun eine Dekompressionsbremse entwickelt und lässt diese in einer halbautomatischen Fertigungsstraße herstellen. Integriert in ein komplettes Ventiltriebsystem gehen diese nun, zunächst für die Verwendung in Off-Road-Fahrzeugen, an Erstausrüster in den USA. Als nächstes plant der nach eigenen Angaben weltweit führende Spezialist für Bremssysteme und Ventilsteuerungstechnologien den Einsatz in weiteren Off-Highway-Fahrzeugen im Bereich heavy-duty wie beispielsweise knickgelenkten Muldenkippern für Bau und Bergbau sowie für die Landwirtschaft.

Revolutionäre Entwicklung

Die Fulcrum Bridge stelle eine bahnbrechende Entwicklung dar; nun müssten sich die Motorenhersteller nicht mehr zwischen Hydrostößeln, die die Spielfreiheit im Ventiltrieb regeln, und der „Jake Brake“-Motorbremse von Jacobs entscheiden, sagt Steve Ernest, Vice President of Engineering & Business Development bei Jacobs Vehicle Systems, das seine Produkte für schwere und mittelschwere Dieselmotoren in mehreren europäischen Werken sowie in Japan und Indien herstellt. Denn die neue Technologie vereine die Vorteile der bewährten Motorbremse mit der Sicherheit, dass das Ventilspiel über die gesamte Lebensdauer des Motors hinweg zuverlässig funktioniert.

Längere Lebensdauer, weniger Wartung

Mit Motorbremsen würden der Verschleiß und der Aufwand an Wartungsmaßnahmen an den Betriebsbremsen und somit auch die Gesamtbetriebskosten vermindert; zugleich erhöhe sich aber auch die Sicherheit auf Gefällestrecken mit schwerer Ladung, führt das Unternehmen weiter aus. Die hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichselemente ermöglichten in allen Betriebszuständen des Motors und während dessen gesamter Lebensdauer gleichbleibende Ventilbewegungen und könnten dadurch die Motorleistung steigern. Zudem müsse die Mechanik nicht mehr regelmäßig justiert werden. Für den Off-Highway-Bereich mit seinen oft schwer zugänglichen Motoren bedeute der damit einhergehende geringere Wartungsaufwand also einen großen Vorteil.

Zwei Systeme vereint

Da sich der Hydrostößel beim Bremsen ausdehnt, konnten hydraulische Ventilspiel-Ausgleichselemente bisher nicht zusammen mit herkömmlichen Motorbremsen verwendet werden. Die neue Technologie funktioniert auf Basis einer Ventilbrücke mit Scharnier, die während des Motorbremsvorgangs mit einer auf den Hydrostößel wirkenden Blindlast diese Ausdehnung verhindert.

Mehr Vorteile für On-Highway-Nfz

Wird die Fulcrum-Bridge-Technologie in On-Highway-Nutzfahrzeugen verwendet, liessen sich sogar noch größere Vorteile erzielen, so Jacobs. Da ab 2024 beziehungsweise 2030 weltweit strengere Emissionsrichtlinien gelten sollen, könnten hydraulische Ventilspiel-Ausgleichselemente den optimalen Ventilhub über die gesamte Lebensdauer des Motors aufrechterhalten und somit die ursprüngliche Motor- und Emissionsleistung stabilisieren. Die daraus resultierenden, gleichmäßigen Regenerationsintervalle des Dieselpartikelfilters könnten somit auch zur einwandfreien Funktion des Motors beitragen.

Printer Friendly, PDF & Email