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Abgasuntersuchung: Ab 1. Juli gilt die neue Partikelmessung

Zum 1. Juli 2023 tritt nun endlich die Messung der Partikelanzahlkonzentration (PN-Messung) für die AU an modernen Dieselfahrzeugen in Kraft. Der ZDK begrüßt die Einführung, ist aber noch nicht ganz zufrieden.

Ab 1. Juli 2023 ersetzt die PN-Messung bei modernen Dieselfahrzeugen die bisherige Trübungsmessung. | Bild: ProMotor/T. Volz.
Ab 1. Juli 2023 ersetzt die PN-Messung bei modernen Dieselfahrzeugen die bisherige Trübungsmessung. | Bild: ProMotor/T. Volz.
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Claudia Leistritz

Im Herbst letzten Jahres wurde der Einführungstermin für das Partikelzählverfahren an neueren Dieselmotoren von ursprünglich 1. Januar 2023 auf ein halbes Jahr nach hinten verschoben. Man hatte eine Übergangsregelung abgelehnt, die für eine gewisse Zeit und unter bestimmten Umständen das gewohnte Trübungsmessverfahren bei der Abgasuntersuchung (AU) noch erlaubt hätte. Da die Marktabdeckung mit den erforderlichen PN-Geräten noch nicht abzusehen war, hatte man aber lieber den Termin verschoben. Nun steht der Einführung der flächendeckenden Partikelmessung zum 1. Juli nichts mehr im Weg, wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in seiner Pressemeldung verlautbart.

Mit dem neuen Verfahren, so heißt es, erhielte die AU von modernen Dieselfahrzeugen (Euro 6-/ Euro VI-) eine „neue technische Basis“. Ab Juli kommt somit nicht mehr die Trübungsmessung zur Anwendung, sondern es werden anhand des PN-Messgerätes nur noch die ausgestoßenen Partikel am Auspuff gezählt, geprüft und bewertet.

Marktabdeckung festgestellt

Dem Bericht zufolge hatte letzte Woche eine vom Bundesverkehrsministerium und mit Beteiligung der Landesverkehrsbehörden abgestellte „Arbeitsgruppe zur Bewertung und Beurteilung der Verfügbarkeit der PN-Messgeräte“ die flächendeckende Verfügbarkeit von Partikelanzahlgeräten in ausreichender Menge konstatiert.

Bundesweit stünden demnach rund 17.000 PN-Messgeräte für die AU bereit, davon befänden sich 12.000 bei den Prüforganisationen und 5.000 bereits bei den AU-Werkstätten oder lagerten bei den Großhändlern. Und auch der Nachschub sei absehbar: „Weitere 3.000 bis 4.000 PN-Messgeräte könnten monatlich folgen“, heißt es weiter. So sei es ohne weiteres möglich, die anstehenden PN-Messungen an Dieselfahrzeugen mit der Schadstoffklasse Euro 6/Euro VI (also für Pkw wie Nutzfahrzeuge) durchzuführen, zumindest in den Untersuchungsstellen, die bereits mit einem PN-Messgerät ausgestattet sind.

Allerdings, so der ZDK, hapere es noch an der „flächendeckenden und homogenen“ Verteilung der erforderlichen PN-Messgeräte im ganzen Bundesgebiet. Diese könne nur sichergestellt werden, wenn weitere Messgerätehersteller ihre Bauartzulassungen erhielten. In dieser Richtung solle nun die Politik in Aktion treten. Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Detlef Peter Grün:

„Wir fordern deshalb die Bundesregierung dazu auf, die Bauartzulassungen der noch fehlenden Messgerätehersteller durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) voranzutreiben, um eine wettbewerbsneutrale und bürgerfreundliche PN-Messung im Bundesgebiet zu ermöglichen.“

Eine beschleunigte Zulassung der Geräte sei unabdingbar, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen: Bundesweit gibt es rund 45.000 berechtigte Untersuchungsstellen, davon 15.000 Prüfstellen der Überwachungsorganisationen und 30.000 anerkannte AU-Werkstätten. Derzeit aber besäßen gerade einmal ein Drittel (6 von 17) der Hersteller die erforderliche Bauartzulassung ihrer Partikelzahlgeräte durch die PTB, so Grün.

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