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Updatefunktion

Die Cartesy GmbH hat einen Nachrüstsatz entwickelt, der alte Bremsprüfstände richtlinienkonform macht.

Die Cartesy-App erlaubt die Darstellung und Übertragung der Prüfstandsdaten. Bild: M. Schachtner
Die Cartesy-App erlaubt die Darstellung und Übertragung der Prüfstandsdaten. Bild: M. Schachtner
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Martin Schachtner

Bis 31. Dezember 2019 müssen die Prüfstellen und Prüfstützpunkte (PSP) mit einem Bremsprüfstand nach der Richtlinie von 2011 mit funktionierender ASA-Livestream-Schnittstelle ausgestattet sein. Ein Ausblick, der viele Werkstätten nervös macht. Bei den Werkstattausrüstern stapeln sich die Bestellungen. Mit der Produktion und Auslieferung neuer Geräte können die Unternehmen kaum Schritt halten. Die Cartesy GmbH bietet für viele ältere, vor 2011 gebaute Rollenbremsprüfstände deutscher Hersteller die Möglichkeit der Nachrüstung und Aufwertung gemäß der Richtlinie 2011. Den Angaben aus Mühldorf am Inn zufolge müssten allein die mechanischen Voraussetzungen erfüllt sein.

Obgleich alle Hersteller von BPS mit den bestehenden Kapazitäten und einer angenommenen Erhöhung zum nächsten Jahr weiterliefern, dürfte es eine Lücke an 10.000 Geräten geben – so rechnet man bei Cartesy. Aus diesen Gründen hat das Unternehmen eine universelle Nachrüstlösung entwickelt, um bestehende Geräte richtlinienkonform zu machen. „Wir bieten herstellerunabhängige, kalibrierfähige, zugelassene und funktionsfähige Lösungen an“, so Dimitri Grübel, Mitglied der Cartesy-Geschäftsführung. Bei der Anpassung handelt es sich um die Integration von zusätzlichen Elektronikboxen samt der Verkabelung. Damit lassen sich den Angaben zufolge sogar Prüfstände aus dem Jahr 1986 updaten. Angesichts der bisher eingegangenen Anfragelisten geht die Cartesy GmbH von einer Nachrüstmöglichkeit im Bereich von 60 Prozent aus.

Funkanbindung

Die Anpassung der Prüfstände übernehmen die Servicepartner von Cartesy. Dabei werden alle Marken bedient, mit Ausnahme von Maha-Prüfständen. Diese Aufrüstung übernehmen die Experten aus Haldenwang in Eigenregie – in enger Kooperation mit Cartesy und deren Nachrüstlösung. „Die Nachrüstung dauert bei einem Pkw-Prüfstand im Schnitt 2 bis 2,5 Stunden. Im Nutzfahrzeugbereich sind es rund vier Stunden“, erklärte er. Die Kosten, die die Partner inklusive Anfahrt aufrufen, schwanken zwischen 1.400 Euro für den Pkw-Prüfstand und 2.500 Euro bei Lkw-Betrieben.

Eine weitere Innovation betrifft die Überprüfung, Ausgabe und Dokumentation der ASA-Livestream Schnittstelle. Hier bietet das Unternehmen mit der NPC-Produktreihe eine Verknüpfung, die zum Beispiel von Kalibrierdienstleistern genutzt wird. Die zweite wichtige Kundengruppe für den mobilen Datenknoten NPC-2016 sind Prüforganisationen: Die Cartesy GmbH beliefert beispielsweise die Dekra und stattet deren Prüfingenieure aus. Der Vorteil: Die Arbeitszeit während der Hauptuntersuchung reduziert sich um fünf bis zehn Minuten. Letztlich sparen die Prüfer durch das Produkt die Zeit ein, die seinerzeit mit dem HU21-Adapter hinzugekommen ist.

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„Wir wollen mit unserem mobilen Datenknoten eine standardisierte Branchenlösung schaffen, ähnlich der FSD mit dem HU21- oder dem SP-Adapter“, erklärte Grübel. In Kfz- und SP-Werkstätten wird derzeit der NPC-2014 (ohne Akku, für Festeinbau) genutzt. Da die Betriebe über kurz oder lang die ASA-Schnittstelle nutzen müssen, „wird idealerweise Ende kommenden Jahres jeder Bremsprüfstand mit einer Schnittstelle ausgestattet sein“, erläuterte der Ingenieur. Auf diese vorhandene Infrastruktur aus netzwerkfähigem Bremsprüfstand, SP-Adapter und zugehöriger Software auf dem Werkstatt-Rechner setzt Cartesy: Über die NPC-Anbindung gelangen die Messwerte automatisch in das Dokumentationsprogramm „SP Plus“, ohne diese händisch einzutragen oder über das Exportmodul der Prüfstands-Fabrikanten bzw. das Importmodul der TAK zu übertragen. Dadurch sparen sich die Servicebetriebe Geld und Zeit. Zur Übertragung auf das mobile Endgerät des Werkstattmitarbeiters oder Prüftechnikers muss dieser die Anwendung NPC LiveStudio installieren. Die App ist seit Ende November verfügbar.

Den Bedarf im Blick

Gerd Weber aus dem Cartesy-Vertrieb kennt beide Welten. Er arbeitete die letzten drei Jahrzehnte in der Kfz-Branche, die vergangenen 19 Jahre bei einem Teilegroßhändler. Dem Wechsel auf die Herstellerseite war der persönliche Kontakt zu Cartesy-Gründer Josef Femböck vorausgegangen. Die Welten können, der gemeinsamen Zielgruppe zum Trotz, unterschiedlicher kaum sein. Auf der Handelsseite vermarktet der Vertriebler „was da ist, was es auf dem Markt gibt“. Ein Hersteller mit Anspruch auf Technologieführerschaft ist dagegen auf der Suche nach Lösungen, die der Markt benötigt: „Wir nehmen Herausforderungen des Marktes auf und entwickeln Lösungen dafür“, erklärte er.Martin Schachtner

Fotos: Cartesy, M. Schachtner

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Seite 34 bis 35 | Rubrik WERKSTATT-AUSRÜSTUNG
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