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Fachartikel Profi-Werkstatt – Februar 2018 / Ausgabe 1

Technologie

Zustandsdaten im Blick

Über den „RIO-Marktplatz“ können Fuhrparkunternehmer einen Überblick zu Wartungsdaten buchen – und auf Wunsch automatisch an eine Werkstatt übermitteln.

RIO kommt von Fluss und soll, von MAN und VW initiiert, auch Fuhrparks über die Konzernfabrikate hinaus ansprechen. Eine kostenlose Testphase der neuen RIO-Plattform lief Ende Januar aus. Hinter dem Serviceportal unter der neuen Digitalmarke RIO von Volkswagen Truck & Bus stecken verschiedene modular buchbare Dienstleistungen. Einige Dienste betreffen Disposition und Fuhrparkmanagement, andere Aspekte sind technik- und werkstattrelevant. Allen gemeinsam ist die Herkunft: Durch die zunehmende Fahrzeugvernetzung werden

Unmengen an Daten generiert, die Hersteller und Spezialanbieter künftig verstärkt monetarisieren werden. Das Angebot von MAN erhebt den Anspruch, markenneutral zu sein. Gegenüber PROFI Werkstatt hieß es von Seiten der Münchner: „Der markenneutrale Ansatz von RIO wird an mehreren Punkten deutlich. Zum einen sind Services der RIO-Plattform nicht nur von MAN-Lkw, die serienmäßig mit einer RIO-Box ausgestattet sind, nutzbar, sondern system- und herstellerunabhängig von jedem Kunden mit RIO-Box.“ Seit Januar 2018 sei eine Nachrüstung der RIO-Box in allen Lkw-Typen mit Schnittstelle zum Flottenmanagement-System möglich. Damit führe RIO gerade Mischflotten auf ein neues Effizienzniveau. „Zum anderen zeigt sich die Markenneutralität auch durch das Serviceangebot: Zukünftig werden auf der RIO-Plattform OEM-Services von unterschiedlichen Herstellern auf dem Marketplace erhältlich sein“, hieß es aus der MAN-Pressestelle.

Vorausschauende Wartung

Werkstätten dürfte die Funktion „RIO-Maintenance“ interessieren. Diese ist seit Ende Januar buchbar und füttert Fahrer, Fuhrparkmanager aber auch die eigene Werkstatt beziehungsweise Servicepartner mit fahrzeugrelevanten Daten. Den Angaben zufolge werden Wartungs- und Zustandsdaten der gesamten Flotte gezeigt. Dies erlaube eine „proaktive Wartungsplanung“. Angezeigt würden unter anderem aktuelle Füllstände, der Zustand der Bremsbeläge sowie der Reifendruck – sofern das MAN-Reifendruck-Kontrollsystem TPM neben der Signal-Box verbaut ist.

Dennoch geben Fahrzeuge des eigenen Fabrikats mehr Informationen preis: „Der Umfang der gezeigten Daten unterscheidet sich zwischen MAN-Fahrzeugen und Fremdfabrikaten, da die MAN-Fahrzeuge durch Anbindung an den CAN-Bus erweiterte Informationen liefern“, hieß es auf Anfrage. Die Wartungs- und Zustandsdaten werden einmal täglich übermittelt und gespeichert. Datenexport und lokale Speicherung erfolgen als CSV-Datei. Nutzer können auch eigene Wartungskomponenten, zum Beispiel die Wartung von Aufbauten, anlegen und terminieren. „RIO-Maintenance“ kostet 22 Cent pro Tag und Fahrzeug, wie zu lesen war.

„ServiceCare“ versus „RIO-Maintenance“

Auf dem Marketplace der RIO-Plattform können Kunden zum einen – unabhängig von der Fahrzeugmarke – den Service RIO-Maintenance buchen. Kunden mit Lkw des Herstellers können darüber hinaus zusätzlich und unabhängig von RIO-Maintenance das Dienstleistungsangebot MAN ServiceCare buchen. Beide Services könnten einzeln und unabhängig voneinander genutzt werden, funktionierten jedoch auch im Zusammenspiel. Bei MAN ServiceCare ordnen Kunden jedem Fahrzeug eine Werkstatt aus dem Servicenetz der Münchner zu sowie optional auch einen Ansprechpartner im eigenen Hause je Fahrzeug. Dieser Ansprechpartner kann dann von der Marken-Werkstatt direkt für die Planung von Wartungen kontaktiert werden. Innerhalb von MAN ServiceCare können Kunden für ihren Fuhrpark den aggregierten Wartungsstatus je Fahrzeug einsehen. „Sofern der Kunde den Wartungsstatus auf Fahrzeugkomponenten-Ebene sehen möchte, ist dies durch Buchung von RIO Maintenance möglich“, ließ das Unternehmen erklären. Der Servicebetrieb könne MAN ServiceCare in der jeweiligen Werkstattansicht über das Aftersales-Portal von MAN per Single-Sign-On aufrufen, hieß es. Die Daten der vom Kunden aktivierten Fahrzeuge sind verfügbar, auf diese Weise kann die Werkstatt proaktiv und bevor der Kunde einen Hinweis im Fahrzeug-Display bekommt, die notwendigen Wartungen planen und den Kunden mit einem Terminvorschlag zur Wartung kontaktieren.

Auf diese Weise profitieren angeschlossene Kfz-Betriebe von digitalen Services für die Transport- und Logistik-Branche.
Martin Schachtner


 
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