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Fachartikel Profi-Werkstatt – September 2014 / Ausgabe 3

Ausbildung

Auf der Suche nach Perspektiven

Geeignete Auszubildende bleiben auch künftig für Werkstätten ein knappes Gut. Eine aktuelle Studie gibt Hinweise, wie Ausbildungsbetriebe dem Azubimangel begegnen können.

In vielen Regionen und für zahlreiche Ausbildungsgänge wird die Suche nach geeigneten Azubis immer schwieriger, das gilt besonders für gewerblich-technische Berufsbilder. Die Folge: Ausbildende Werkstätten müssen stärker als bisher die Vorstellungen und Erwartungen von potenziellen Azubis in den Blick nehmen und auf die veränderte Situation beim Arbeitskräfteangebot reagieren, wenn sie im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter von morgen nicht zurückbleiben möchten.

Um aktuellen Trends in der Gewinnung von Auszubildenden auf den Grund zu gehen, hat der Ausbildungsspezialist U-form Testsysteme 2014 online 810 Azubis und Azubi-Bewerber sowie 559 Ausbildungsverantwortliche befragt. Die Studie „Azubi-Recruitingtrends 2014“ zeigt, dass die Bittsteller-Bewerber von einst selbstbewusster geworden sind. 69 Prozent der befragten Azubis sehen sich „auf Augenhöhe“ mit den Ausbildungsbetrieben. Viele Azubis bekommen mittlerweile mehrere Ausbildungsverträge parallel angeboten, immerhin 42 Prozent der Befragten. Rund sieben Prozent von ihnen haben schon einmal einen Vertrag unterschrieben und ihn dann nicht angetreten. Das ist noch eine kleine Minderheit, aber bei weiterer Verknappung des Angebots in einigen Ausbildungsberufen könnte dieser Trend zunehmen und es auch in Werkstätten häufiger heißen: „Unser Azubi kommt nicht.“

Das Problem der Vertragstreue ist unter anderem in der langen Zeit begründet, die zwischen der Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag und dem Antritt der Ausbildung vergeht. Unserer Studie zufolge ist das aktuell im Durchschnitt mindestens ein halbes Jahr, zum Teil vergeht aber deutlich mehr, für viele zu viel Zeit. Azubis wünschen sich in dieser Phase des Wartens durchaus Kontakt zum künftigen Ausbildungsbetrieb. Viele Betriebe kommen schon heute diesem Wunsch entgegen, etwa indem sie die angehenden Azubis zu Betriebsfeiern einladen, Glückwunschkarten zum Geburtstag verschicken oder bei entsprechender Zahl neuer Azubis Infoveranstaltungen vor dem Beginn der Ausbildung organisieren. Das sind durchaus gute Ansätze, die die Neigung zum Absprung verringern. Möglich wäre auch, künftigen Azubis in der Übergangsphase bezahlte Ferienjobs anzubieten und so die Bindung an den Betrieb zu stärken.


 
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